bitte haben Sie etwas geduld beim laden der bilder, bitte ggf. den "refresh-button" anklicken
.jpg)

.jpg)
.jpg)

es geht um kinderheimgeschichte, in der das leben der heimkinder im blickpunkt steht.
denn ohne die geschichte(n), der heimkinder wäre eine solche geschichte wertlos.
und es geht um unterstützung derer, die zu ihrer eigenen "heimbiografie" recherchieren.
dies gilt gerade auch für die geschichte der jüngsten heimkinder, d.h. den kindern, die in einem sog. "säuglingsheim" ihr leben begonnen haben. [ein schwerpunkt des kihA bildet der zeitraum der zweiten nachkriegszeit, d.h. von 1945 bis in die 1970er Jahre].
im gegensatz zu älteren heimkindern haben die ehemaligen säuglingsheimkinder (bis zu einem lebensalter von etwa drei jahren) i.d.r. keine eigene erinnerung an ihre zeit im säuglingsheim.
aber gerade deshalb ist es für viele der ehemaligen säuglingsheimkinder wichtig im
erwachsenenalter so etwas wie eine "innere vorstellung" von dieser zeit im säuglingsheim,
entwickeln zu können.
der unterstützung solcher vorhaben ist diese website gewidmet.
berichte von ehemaligen säuglingsheimkindern über deren heimleben sind heute nicht zu
erwarten.
dabei waren die lebensumstände in den säulingsheimen der nachkriegszeit für diese kinder
nicht selten katastrophal.
die katastrophe:
der in den säuglingsheimen grassierende hospitalismus [deprivations-syndrom].
vom frühkindlichen hospitalismus betroffene leiden oftmals lebenslang an den spätfolgen ihrer
frühkindlichen schädigungen.
ehemalige säuglingsheimkinder im erwachsenenalter:
1.] nicht-erinnern-können an die zeit im säuglingsheim und
2.] ggf. "gestaltwandel" der ursprünglichen hospitalismussymptome
an dieser stelle ist eine zweite "crux" (neben dem nicht-erinnern-können) festzuhalten: die folgen der
frühkindlichen hospitalismuserfahrung in form der frühkindlichen hospitalismussymptome wandeln im
laufe des lebens ihre "gestalt", so dass ein ggf. bestehender zusammenhang von "symptomen im
erwachsenalter" und "frühkindlichen hospitalismussymptomen" gerade für den oder die betroffene(n)
selbst kaum feststellbar ist (bspsw. enuresis und/oder jactatio im kleinkindalter vs. bindungsstörungen im
erwachsenenalter). einmal davon abgesehen, dass er sich an seine frühkindliche symptomatik nicht
erinnern kann und von dieser zumeist erst im erwachsenenalter (wenn überhaupt) durch erzählung dritter
erfahren kann.
die in dieser zeit verantwortlichen wussten um den hospitalismus der ihnen
damals anvertrauten kleinkinder (auch um dessen ggf. lebenslange nachwirkung bei den
betroffenen) und haben dies schlicht ignoriert, trotz besseren wissens
und vorhandener möglichkeiten damals bereits bekannte methoden der
hospitalismusvermeidung einzusetzen.
diese website reklamiert keine „erstausstrahlungsrechte“ für sich, sie fasst nur
zusammen was seit jahrzehnten bekannt ist und stellt alte fragen neu.
dies ist kein selbstzweck, sondern dient der unterstützung derjenigen, die ihre zeit im
säuglingsheim im erwachsenenalter rekonstruieren wollen.
hierbei kann u.a. die zeitgenössische kinderheimfotografie hilfreich sein, weil bestimmte
formen der kinderheimfotografie ein authentisches bild des säuglingsheimalltags vermitteln
oder aber bewusste "inszenierungen" des heimalltags dort leicht entlarvt werden können.
die ziele einer solchen "biografischen reise" sind nur als ergebnis selbst bestimmter und
unabhängiger heimbiografischen recherchen ("biografiearbeit") durch die ehemaligen
(säuglings-)heimkinder selbst erreichbar. bisherige erfahrungen haben gezeigt, dass gerade
ehemaliges heimpersonal nicht selten zur prolongierung seiner eingeübten rolle neigt, wenn
ihnen "ihre" ehemals anvertrauten kinder als erwachsene gegenübestehen.
auch fällt es diesem oftmals schwer, die eigene arbeit selbst zu hinterfragen bzw.
kompetent damit umzugehen, wenn seine damalige rolle hinterfragt wird. selbstkritische
bewertungen des eigenen tuns sind bis dato seltene ausnahmen. aber es gibt sie.
dies ist im übrigen nicht weiter überraschend, denn warum sollte dieses heimpersonal heute
über die art von emphatie verfügen, die bereits in seiner aktiven zeit nicht gezeigt hat.
in vielen fällen trifft man allerdings auch auf heimpersonal, welches seine "verdrängung"
nicht in frage gestellt sehen will und die kritische auseinandersetzung mit der eigenen
verantwortung in den damaligen säuglingsheimen schlicht verweigert. ob nun aus
inkompetenz, desinteresse oder trägheit ist an dieser stelle nicht von belang.
einsamer "spitzenreiter" in diesen verhaltenskategorien ist - wenig überraschend -
ehemaliges kirchliches (zöllibatäres) personal.
so paradox es vor dem hintergrund christlicher werte auch klingen mag, kirchliche
sozialisation im caritativen bereich zielte vor allem auf die anteilnahmslosigkeit gegenüber
den individuellen schicksalen der anvertrauten kinder (deklaration dieses verhaltens als teil
der professionellen berufsrolle).
dies gipfelte nicht selten darin, dass die heimkinder als "kinder der sünde" (bspws.
uneheliche kinder) als permanente "bedrohung" ("versuchung") der eigenen moralischen
"reinheit" apostrophiert wurden.
auf der basis eines kruden sozialdarwinismus waren heimkinder - auch in den
säuglingsheimen - nicht selten das objekt von "übertragungen" des kirchlichen
heimpersonals und deren unzulänglichkeit sich mit der zöllibatären lebensweise zu
arrangieren (dies korrelierte zudem "reibungslos" mit dem in
den säuglingsheimen der nachkriegszeit vorherrschenden pflegeleitbild nach czerny.)
dies erklärt auch das geradezu "heroische selbstbild" dieser kreise, die nicht müde wurden in
zeitgenössischen darstellungen die arbeit im kinderheim als "aufopferung/opfergang"
darzustellen. so grotesk dies heute klingen mag, so verbreitet war diese
"selbstverortung" des zöllibatären heimpersonals in den nachkriegsjahren und sie ist bis
heute in der konstruktion von verdrängung und abwehr der eigenen aufarbeitung dieser zeit
wirksam.
man sollte nicht allzu viel erwarten, wenn man (überhaupt) die gelegenheit
bekommt, mit ehemaligem kirchlichen heimpersonal ins gespräch zu kommen.
diese website will u.a. deshalb für die betroffenen vor allem eine ermutigung sein, sich bei
ihrem vorhaben nicht entmutigen zu lassen.
dies notwendigkeit ergibt sich, wie gesagt, aus der immer wieder zu beobachtenden
"blockadehaltung" ehemaliger (säuglings-)heimleitungen- und -träger. es bedarf zumeist
erheblicher persönlicher anstrengungen bis diese bereit sind, auf "augenhöhe" die
informationsbedürfnisse der ehemaligen heimkinder überhaupt wahrnehmen zu wollen. und
in vielen fällen wird dies überhaupt nicht gelingen.
noch viel zu viele meinen bis heute, die informationsbedürfnisse "der ehemaligen"
ignorieren zu könnnen. wäre die nachkriegsgeschichte der öffentlichen pflege und erziehung
aber eine "erfolgsgeschichte" gewesen, wären diese vielerorts zu beobachtenden
beträchtlichen "investitionen" in informations- und kommunikationsblockaden (seitens der
ehemals verantwortlichen) aus deren augen wohl kaum notwendig.
wie rigide dieses heimsystem gewesen ist, zeigt auch die tatsache, dass das heimpersonal,
dass sich "anders" verhalten hat, - es darf hier nicht übersehen werden, dass es dies auch
gegeben hat - heute nicht oder nur sehr zögerlich über seine damals bereits vorgetragene
kritik öffentlich spricht.

die website wir seit märz 2010 vollständig überarbeitet, und ist erst in einger zeit wieder in der endversion vollständig online. für noch vorhandene tippfehler etc. wird um verständnis gebeten (fotografie: sammlung kihA).
|